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Bayernradweg bis Regensburg

Die Walhalla bei Donaustauf

Vier Tage freie Zeit bei wunderbarem heißem Wetter zu Pfingsten waren ideal für eine Fahrradtour mit meiner Frau über Routen des Radland Bayern Radroutenplaners. Mit diesem Routenplaner erstellt man sich die gewünschte Streckenführung und kann das Ergebnis dann beispielsweise als GPX exportieren. Mit den meisten Navigationssystemen sollte sich die Strecke dann einfach abfahren lassen. Ich habe diesmal die Sigma Ride App mit dem kleinen Rox 4.0 Radcomputer verwendet, was fast immer gut funktionierte.

Die Tour

Auf dem Bayernradwegnetz wollten wir ursprünglich über Landau, Deggendorf, Straubing und Regensburg nach Kelheim, von dort dann über Landshut zurück. Allerdings waren wir etwas langsamer als gedacht. Ab Regensburg haben wir daher dann eine direktere Route ohne das Zwischenziel Kelheim gewählt. Wir sind dabei Etappen des Bockerlbahnradwegs, des Vilsradwegs, des Isarradwegs, sowie des Donauradwegs gefahren. Die Tour hatte insgesamt etwa 380km bei sehr moderaten Höhenmetern. In Donaustauf wurde ein Sightseeing-Stop eingelegt, um der Walhalla einen Besuch abzustatten, nachdem wir ja vor Jahren bei der Kelheim Tour bereits die Befreiungshalle besichtigt hatten.
Beim Besuch der Walhalla hatten wir Glück, denn es waren zunächst erstaunlich wenige Besucher dort. Wir hatten etwa 15 Minuten Ruhe und Zeit zum Fotografieren. Dann kamen mehrere Reisebusse mit vielen Touristen an.
Wie in Bayern generell üblich, gibt es immer wieder Streckensperrungen, auch im Bayernradwegnetz. Dann muss man sich eine möglichst passende Umfahrung suchen.

Die Infrastruktur

Wir waren vom Donauradweg in Richtung Wien noch verwöhnt. In (Nieder-)bayern sind die Bedingungen allerdings nicht ganz so gastlich. Man findet wenig geöffnete Gastronomie ausserhalb von Städten. Es kann ohne weiteres passieren, daß man mal 40km ohne Einkehr oder Tankstelle am Weg fährt. Das ist ok, sofern man damit rechnet und genug Trinkwasser und ggfs. irgendwelche Riegel usw. dabei hat. Man darf keinesfalls mit irgendeiner Biergartenkultur oder regelmässigen Jausenstationen o.dgl. rechnen. Da gibts gar nix. Thema zwei sind Ladestationen. Auch das ist ein schwieriges Thema, denn erstens gibt es nicht viele E-Bike Ladestationen unterwegs, und zweitens sind es u.U. eigenwillige Systeme, deren Sinn sich nicht immer erschliesst. Wir hatten öffentliche Wandleisten mit irgendwelchen eigenartigen proprietären Steckern, also komplett unbrauchbar. Wir hatten „Ladefächer“ mit Deckeln ohne Kabelauslass und stromlosen Schuko Steckdosen darin. Anstecken war sinnlos.
Es war dann tatsächlich so, daß die Schnittmenge aus verfügbarer Gastronomie und funktionierenden Steckdosen quasi leer war, so daß wir uns akkuseitig durch den Tag gespart haben. Mit dem Yoonit wird das super knapp, wenn die Tagesetappe in Richtung 100km geht. Abends in den Quartieren war Laden dann irgendwie möglich. Aber auch bei der Qualität der Quartiere merkt man teilweise, daß es wirtschaftlich in Bayern nicht zum besten steht.
Also in Bezug auf die Infrastruktur ist der Österreichische Teil des Donauradwegs eine ganz andere Nummer. Dort gab es nirgends solche Knappheit.

Tourfotos

Die Bilder sind in umgekehrt chronologischer Reihenfolge angeordnet.

Tipps

Wenngleich ich oben ein wenig die bayerische Infrastruktur bemängelt habe, gibt es doch ausgezeichnete Locations, die ich speziell in Anbetracht der faden wirtschaftlichen Lage gerne empfehlen möchte:

Beim Gasthof Geier in Wörth a.d. Donau sind wir sehr gediegen und angenehm untergekommen, und die Räder konnten in einer abgeschlossenen Fahrradgarage laden. Das war wohltuend.

In Bad Abbach sind wir zufällig in die Cucina Vendrame geraten, wo es den besten Espresso der gesamten Tour für mich gab. 100% Italia. Das Eis war auch super. Klares Tourhighlight 🙂

Das Zunftstüberl in Matting war die Rettung nach einem langen Hitze-Abschnitt ohne Gastronomie. Wir waren total froh, als wir dort einkrachen konnten auf zahlreiche alkoholfreie oder leichte Weissbiere und mehrere super gute Kuchen. Die strömungsbetriebene Donaufähre dort ist ein weiterer Tipp.

Unsere letzte Einkehr beim Museumsdorf Massing mit vier funktionierenden Fahrrad-Ladeplätzen und dem superschönen Museumslokal (ohne Museumseintritt zugänglich!) mit sehr gutem Essen und freundlichen Menschen ist immer einen Besuch wert.

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