E-Roller Servicetermin

Heute fand der etwas vorgezogene 4000km Kundendienst am 2020er Niu NQi Elektroroller statt. Es gab ein besonderes Thema, nämlich die Überempfindlichkeit der Drehgriffelektronik gegenüber Bodenunebenheiten im Zusammenhang mit dem Tempomat, sowie subtile Geschwindigkeitsschwankungen, den Fehlercode 140, darüberhinaus seltene kurze Zockelphasen, wo der Roller vorübergehend nur stockend beschleunigt. Unter Niu Fahrer/innen ist dieses Thema recht bekannt. Im Elektroroller-Forum findet man Threads und gute Beiträge dazu. Bei einigen Pendlerfahrten nach Salzburg war es ziemlich lästig geworden, weil wirklich bei jeder kleinen Bodenwelle der Tempomat auslöste, und der Roller daraufhin an Tempo verlor und daraufhin die Regelung erst zögerlich wieder das Wunschtempo zuliess. Sowas ist suboptimal. Andererseits war das kein ständiges Problem, sondern phasenweise trat es quasi garnicht oder eben nur sehr eingeschränkt auf.
So führte mich die heutige Fahrt nach Vilshofen zu meiner Werkstatt, bestückt mit zwei vollen Akkus. Die Fahrt hat etwa 110km, alles hügelig. Eine ausgiebige Werkstattprobefahrt kommt noch hinzu. In der Werkstatt konnte ich den Anfahrtsakku dankenswerterweise zwischenladen lassen, während ich einen Spaziergang unternahm.

Donauufer Panorama Vilshofen
Donauufer Panorama Vilshofen

Die Werkstattarbeiten

Der Meister war auf die Sache bestens vorbereitet, kannte das Thema und hatte als ersten Schritt mal einen neuen Drehgriff bereitgelegt. Dieser wurde beim Kundendienst für mich kostenfrei getauscht. Zudem wurden weitere Steckkontakte neu gesteckt, wie es auch im Elektroroller Forum vorgeschlagen wird, sowie andere Schalter geprüft, die einen Einfluß auf die Geschwindigkeitsregelung besitzen, beispielsweise die Bremslichtschalter. Das ganze war eine ambulante Aktion und kostete wie beim Niu Service üblich relativ wenig Geld für die normalen Kundendienstarbeiten.

Niu App Screenshot: Fahrstatistik Händertrip
Niu App Screenshot: Fahrstatistik Händertrip

Und das Ergebnis war perfekt. Die 55km lange Landstraßen-Heimfahrt war wunderbar. Während ich bei der Hinfahrt noch sparsam in Modus 2 gerollt war, um dann mit 24% Restkapazität des ersten Akkus in Vilshofen anzukommen, konnte ich heimwärts locker und lässig mit Modus 3 rollen, dank der Zwischenladung von Akku 1 und einem noch fast vollen Zweitakku. Es gab keinerlei Auffälligkeiten in Bezug auf den Tempomat, der trotz Bodenunebenheiten unbeeindruckt den Job machte. Keine subtilen Geschwindigkeitsschwankungen oder sonstige Auffälligkeiten. Vielmehr homogenes und zügiges Fahren, und erneut für mich ein Beweis, daß diese Art der Mobilität bei meinen Strecken perfekt ist. Ich hätte das bei einem “Fuffi” nicht gedacht, und ich kann das hier auch nicht allgemeingültig stichhaltig begründen, sondern es ergibt sich aus der Art des Fahrens, aus der trotz der niedrigen Geschwindigkeit guten Beschleunigung, der Coolness des Fahrzeugs, der Direktheit und Effizienz sowie der Stille des Antriebs. Dazu habe ich ja schon viel geschrieben. Ich freue mich immer wieder, wie gut der Niu grade auch in seinem höheren Geschwindigkeitsbereich noch anzieht, vorzugsweise oberhalb von 30km/h, wenn man beispielsweise bei vollem Tempomat Speed erst auf Modus 2 runtergeht (zur Rekuperationsbremsung oder wegen enger Kurve) und danach wieder in Modus 3 schaltet. Das ist für einen 45km/h Roller sensationell, wie das Ding dann beschleunigt. Da vergisst man sofort, daß auf dem Motor “1500W” geschrieben steht.

Reifenhaltbarkeit

Es verbleibt – unbetroffen vom Thema des Blogartikels – das Reifenthema. Schon immer habe ich einen relativ hohen Reifenverschleiß. Das ist nicht 100% zu verstehen, insbesondere weil ich – gemessen am Durchschnitts-Spritverbrauch meiner Fahrzeuge – eigentlich immer ein wirtschaftlicher Fahrer bin. Warum nun aber ein 45km/h Elektroroller regelrecht Hinterreifen frisst, ohne dass ich Blockierbremsungen mache, ist schwierig einzusehen. Insbesondere erledige ich starke mechanische Bremsungen (über die Scheibenbremse) am Vorderrad. Die Besonderheit am Elektroroller ist vor allem die Generatorbremse übers Hinterrad. Diese nutze ich in unserem hügeligen Gebiet regelmässig, und das bringt mitunter starke Bremsungen am Hinterrad. Natürlich wird das den Reifenverschleiß deutlich erhöhen, denn sowohl Bremsungen, als auch Beschleunigungsvorgänge sind immer mit Reifenschlupf verbunden, auch ohne Abriss der Haftreibung (Blockade oder Durchdrehen). Der Niu Roller beschleunigt verglichen mit 50ccm Benzinrollern zudem recht gut, spontan und direkt. Auch das mag vielleicht eine Kleinigkeit beitragen. Ich bin jedenfalls bei einer Gesamtfahrstrecke von derzeit gut 3700km nahe dem Profiltiefenlimit der Mittelrille des Serienreifens. Das Vorhandensein der Mittelrille bei diesem Reifentyp mag der zweite auffällige Punkt sein. Bei Reifen ohne Mittelrille fällt mittiger Verschleiß einfach weniger auf. Aktuell sind es bei mir noch etwa 2,5mm. Vorne sind es noch 3,5mm. 5000km wird der Hinterreifen wohl nicht mehr schaffen. Vielmehr scheint die Tiefe der Mittelrille aktuell zu verfallen. Ein neuer Reifen liegt bereits im Keller. Andere Fahrer/innen berichten im Forum von weitaus größerer Laufleistung, aber dieses Missverhältnis bin ich auch von anderen Zweirädern gewöhnt. Naja, ein paar mehr Kilometer hätte ich mir erhofft, auch weil der Ausbau des Hinterradmotors notgedrungen mit einem Eingriff in die Fahrzeug-Leistungselektrik verbunden ist.

Hinterreifen CST vom Niu E-Roller bei ca 3700km Laufleistung
Hinterreifen CST vom Niu E-Roller bei ca 3700km Laufleistung

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