Garmin Venu SQ

Zweieinhalb Jahre lang war ich ganz happy mit dem Vivosport Fitnesstracker Armband, dann ist es unbenutzbar geworden. Gestern gab es als ganz liebes Geschenk in der Familie meinen Vivosport-Nachfolger, die Venu SQ Smartwatch, mit der ich auf den ersten Blick bereits sehr zufrieden bin. Auch die Venu SQ hat wie der Vivosport ein eingebautes GPS, kann die Herzfrequenz per ANT+ aussenden und somit einen Herzfrequenzgurt ersetzen (was ich ein super Feature finde), und sie scheint von der Aufzeichnungsgenauigkeit der Herzfrequenz doch um einiges besser zu funktionieren als der Vivosport. Darüberhinaus gibt es zusätzliche Funktionen, die mir gut gefallen, beispielsweise die Ermittlung der Sauerstoffsättigung im Blut, und es gibt eine große Menge an zusätzlich installierbaren Softwareelementen.

Garmin Connect

Ein Grund, bei diesem Hersteller zu bleiben, waren natürlich die bei uns vorhandenen Geräte und Apps. Nicht alles bei Garmin ist super, speziell mit dem Radnavi (als Navigationsgerät verwendet) bin ich bis heute doch ziemlich unzufrieden, aber ich habe die Connect App mit mehrjährigen Datenaufzeichnungen am Handy, kenne diese Infrastruktur am Smartphone wie am PC, verwende zudem den Tacx Smarttrainer im Keller und habe wenig Lust, mir nochmal eine komplett andere Aufzeichnungsapp aufs Smartphone zu holen, die vielleicht auch noch unerwartete In-App Käufe erfordert usw..
Und somit kann ich nun nach einigen Monaten ohne Tracker nahtlos in der Connect App weitermachen.

Die Smartwatch

Besonders viel werde ich hier nicht schreiben. Man findet reichlich Info im Web, und ich habe nicht vor, das Gerät irgendwie zu „testen“, sondern die Erkenntnisse werden sich über eine längere Nutzungsdauer als kleine Lernschritte ergeben.

Display und Gehäuse

Es ist eine aus meiner Sicht sehr hübsche Touchscreen-Uhr, deren Farbanzeige überhaupt nicht schlecht ist, auch wenn es kein Amoled Display ist. Die ab Werk vorhandenen Watch-Faces sind etwas karg und können per Konfiguration bis zu drei oder vier Datenfelder zusätzlich zur Tageszeit anzeigen. Ich habe mir versuchsweise eine kostenlose Alternativanzeige im Connect IQ Shop draufgeladen, die mehr Datenfelder anbietet. Da gibt es Unmengen an Apps und Widgets, also man kann stundenlang herumsuchen und probieren.

Anders als beim Vivosport hat man hier sowohl rote als auch grüne LEDs zur Hautmessung. Erfreulicherweise scheint das Vivosport USB Kabel auch hier zu passen. Davon haben wir in der Familie nämlich ein paar. Die Bedienung mit den Buttons ist ok, und diese hat Garmin klugerweise wirklich nur auf einer Seite der Uhr angeordnet. Gegenüberliegende Buttons sind sehr mühsam zu bedienen bei den kleinen Geräten, was beim Edge 130 ständig nervt. Das ist hier also gut gelöst.
Die Displaysperre beim Vivosport per Doppeltippen fand ich etwas eleganter als hier per Buttondruck. Generell reagiert das Gerät nicht immer sofort auf ein Tippen. Woran das liegt, ist im Moment nicht klar, ich schliesse Bedienfehler keinesfalls aus. Die Eingewöhnung ist noch nicht abgeschlossen. Beim Stoppen eines Workouts habe ich mich anfangs gern mal ungewollt in Displaysperre und Einstellmenüs verheddert, anstatt einfach nur das rote Stopp-Quadrat sehen zu können. Inzwischen geht das aber zuverlässig, wenn man wirklich akurat die korrekten Buttons mit der richtigen Dauer betätigt.

Software

Neu für mich ist u.a. auch die Body-Battery Statistik. Ich bin gespannt, inwieweit diese tatsächlich mit Erschöpfung und Stresslevel übereinstimmt. Die Idee ist, daß man in Erholungsphasen (vor allem Schlaf) Energie gewinnt, die man dann im Laufe des Tages wieder verbraucht. Dies wird visualisiert. Bei einem harten Zwift-Workout im Keller beispielsweise ist heute einiges an Energie draufgegangen, aber das war ja eigentlich keine psychische Erschöpfung, sondern sportliche Arbeit, die mir gut tut. Auf diese Berechnungen im Arbeitsalltag bin ich gespannt, also ob da mehr als nur rein körperliche Arbeit eingeht.

Es gibt für die Uhr sogar Apps mit Kartenanzeigen im Sinne eines Navis (ohne Routing). Ich brauche das zwar nicht, aber man kann es sich mal ansehen. Die teurere „Venu SQ Music“ Version dieser Uhr wäre erwähnenswert, falls man mit so einem Ding Musik hören möchte. Das ist aber bei mir kein Usecase. Diese teurere Version gibt es allerdings in einem feschen Olivgrün, das mir doch sehr gut gefallen hätte. Die normale Venu SQ hier kann immerhin einen Musikplayer am Smartphone fernsteuern, und das muss ggfs. reichen. Nein, eigentlich brauche ich das überhaupt nicht.

Neben dem bereits erwähnten Aussenden der Pulsfrequenz für andere Geräte (also wenn man keinen Pulsgurt dabeihat oder anlegen will) ist es noch bemerkenswert, daß die Venu SQ sich auch mit Trittfrequenz- und Geschwindigkeitssensoren koppeln lässt, beispielsweise eben mit ebendiesen aus unserem Tac Neo Smart 2T Trainers. Was hingegen nicht zu gehen scheint, ist die Anbindung eines Leistungssensors. Da wurde ich auf den ersten Blick nicht fündig. Es gibt allerdings ein Connect IQ Datenfeld für eine Wattanzeige, und dazu gibt es hier einen super Artikel. Das geht also zumindest eingeschränkt doch, siehe Foto unten! Leider ist das eine reine Momentan-Visualisierung. Auswertungen über diesen angezeigten Wert sind nicht möglich. Es tauchen keine Leistungsdaten in den Workout-Aufzeichnungen auf. Dazu braucht man dann doch den Edge 130 o.ä..

Leistungsanzeige auf Garmin Venu SQ
Leistungsanzeige auf Garmin Venu SQ

Was mir positiv auffällt: wird während eines Workouts am Smartphone via Bluetooth Musik gestreamed, so kommt es während eines Syncvorgangs mit der Venu Sq nicht zu Musikunterbrechungen. Beim Vivosport Band führten die regelmässigen Syncvorgänge zu jeweils ungefähr 5 kurzen Musikunterbrechungen, und das etwa alle 30-60 Sekunden. Allerdings wurde neben dem Sporttracker auch das Smartphone gewechselt. Insofern ist das wahrscheinlich eher ein Thema der Bluetooth Implementierung im Smartphone als ein Thema der Smartwatch. Dennoch sei es erwähnt.

Preislich finde ich den Venu SQ Sporttracker attraktiv, wenn ich es einerseits mit dem kleinen Vivosport, andererseits mit deutlich teureren Fitnesstrackern anderer namhafter Hersteller vergleiche, insbes. weil die Uhr für meinen Geschmack eben hübsch und schön technisch aussieht, kein Ziergegenstand oder Schmuck, aber eben auch kein schrabbeliges Plastikband mehr, was beim Vivosport zunehmend der Fall war. Ob die Venu im Lauf der Zeit auch so „herunterkommt“ wie der Vivosport wird noch spannend zu sehen. Ich arbeite oft körperlich und achte dabei nicht immer ausreichend auf eine Uhr. Da kommt es zwangsläufig zu Kontakt mit Gegenständen. Immerhin kann man hier das Armband tauschen, wenn es nötig wird.

Akku

Späteres Update: Ein Schwachpunkt schien zunächst der Akku zu sein. Mehr als drei Tage waren anfangs nicht drin bei meiner Nutzung, selbst nach Löschen sämtlicher nachträglich installierter IQ Widgets und Datenfelder. Das viel kleinere Vivosport Band schaffte die angegebenen vier Tage mit einer Ladung tatsächlich problemlos. Die Venu Sq Uhr ist mit sechs Tagen angegeben, und laut anderer Quellen im Web ist das auch realistisch. Selbst nach Anpassung der Einstellungen, war nicht viel mehr Laufzeit drin. Von 6 Tagen blieb ich weit weg, obwohl ich keine Outdoor-GPS Aktivitäten tracke und sogar die Smartphone Connectivity testweise abgeschaltet wurde. Ich habe diesbezüglich daraufhin Kontakt zum gewohnt kooperativen und gut erreichbaren Garmin Support aufgenommen.

Erneutes Update hierzu: das Thema ist gelöst, aber nicht geklärt. Nach komplettem Abschalten des Pulsoximeters verringerte sich der Stromverbrauch schlagartig (und zwar bereits tagsüber, wo es zu dem Zeitpunkt nicht mal aktiv war!). Einige Tage später, nach komplettem Aufladen wurde es wieder auf nachtaktiv gestellt, und seither hält die Uhr die angegebenen 6 Tage durch, wobei die Smartphone Connectivity permanent aktiv ist, und das Pulsoximeter wie gesagt nur nachts. Der Grund für den anfänglich viel zu hohen Stromverbrauch kenne ich nicht, aber es scheint sich durch das komplette Abschalten und spätere Reaktivieren des Pulsoximeters erledigt zu haben. Schalte ich das Pulsoximeter ganz ab, so komme ich auf 8-9 Tage Akkulaufzeit!

Diesen Beitrag teilen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .