MT 125 Teaser

Neues aus der Garage (und aufgrund der gegenwärtigen Situation notgedrungen auf ungewiss verschoben): gemäß heutigem familiären Beschluß direkt nach Erstbesichtigung wird voraussichtlich eine 2020er Yamaha MT125 in der Garage Einzug halten, und zwar in der einzigen bisher nicht besichtigten blauen Variante, die uns lt. Prospekten besser gefällt als schwarz oder grau.
Es folgt in aller Kürze mein Ersteindruck von der heutigen sehr oberflächlichen Besichtigung. Yamaha hat diese 125er Reihe (YZF-R125 und MT125) 2019 und 2020 neu aktueller gestaltet, sowie technisch aufgewertet. Bisher waren sowohl MT125 als auch die 320ccm MT-03 ein wenig oldstyle und in Bezug auf das äußere Design den vollverkleideten Schwestermodellen YZF-R125 und YZF-R3 deutlich hinterher. Bei der 125er ist das nun vorbei, im Gegensatz zum aus meiner Sicht leider nicht adäquaten Update der MT-03.

Endlich verzichtet man auf das überlang rausragende oldstyle Heck mit dem nicht minder klobigen eigenartig druntergebauten Rücklicht, genau wie auf die mopedartig längliche Tankform und die unelegante Scheinwerfereinheit. Stattdessen ein visuell total kompakt wirkendes Chassis mit kurz gehaltenem Heck, der Sitz nahe am Lenker, aktiv, agil, direkt, ballastfrei. Das Fahrzeug wirkt auf den ersten Blick viel kürzer als das Vormodell, alles orientiert sich in Richtung Vorderrad, die neuartige Scheinwerfereinheit ordnet sich schön in die Linie statt als Klotz vorne dran zu hängen. Oberhalb der Scheinwerfereinheit findet sich ein ziemlich großer Displaykasten, der nicht so ganz in die filigrane Linie passt. Das würde man sich eher im Smartphoneformat oder wenigstens so geschickt versetzt klein wie bei der MT-09 wünschen.


Die Komponenten der MT125 wirken zwar nicht besonders hochwertig, aber sie sind immerhin auf zeitgemäßem Niveau, also nicht Billigklasse. Auch gibt es eine geformte Schwinge mit ordentlicher Schlittenverstellung der Achse. Dennoch kann man den Rotstift bei den Komponenten nicht ganz verheimlichen. “Edel” oder “fein” ist anders. Damit kann man aber leben, denke ich. Die Hinterachse ist leider nicht verdrehgesichert, was bei der Radmontage supermühsam sein kann.
Oft wurden in den Medien die Blinker kritisiert, und das zu Recht. Das sind Monumente des Blinkerbaus, das passt nicht so ganz. Da wird man vielleicht irgendwann was tun müssen.
Den Displayklotz wünscht man sich wie schon beschrieben eine Nuance flacher. Die Anbauteile rundum sind erwartungsgemäß üblicher Billigstandard, also relativ klobige Guss- oder Blechstanzteile. Bei diesen Teilen kann man immerhin Hand anlegen und veredeln, wenn man das will. Rahmen- und Plastikflächen bieten ebenfalls wenig visuelle Reize oder technisch feine Details.

Ein wenig schade finde ich die Abkehr vom elegant integrierten Unterflur-Schalldämpferkasten hin zum nostalgisch mopedartigen Seitenrohrauspuff. Was ich gelesen habe, ist das eine einteilige Stahleinheit, also eine Billiglösung, aber zuweilen habe ich auch den Verdacht, daß man annimmt, der Motorradfahrer wolle das so, am besten vermutlich mit Flammen hinten raus. Ein zierlicher 125er Motor sollte genug Platz für einen versteckten Dämpferkasten unten lassen. Sowas geht ja sogar bei der MT-07, und bei der bisherigen 03er Reihe gab es das auch. Ich habe es mir allerdings nicht wirklich genau angeschaut, vielleicht übersehe ich etwas.
Gestaunt habe ich in Anbetracht der superfeinen Antriebskette, fast eine Fahrradkette. Die läuft sicher sehr leicht und trägt zum niedrigen Spritverbrauch der neuen MT bei. Wie lang diese Kette wohl hält? Eine so filigrane Motorradkette sehe ich jedenfalls zum ersten Mal. Da wird man ein neues Kettenwerkzeug beschaffen müssen.

Nicht minder zierlich ist der Wasserkühler. Der Motor dürfte thermisch stabil sein, wenn so ein Minikühler ausreicht. Und daran zweifelt bei einer aktuellen Yamaha niemand. Überhaupt kann man wohl annehmen, daß ein beachtlicher Teil der Kosten im Motor stecken, der vermutlich zu den besten der Klasse gehört.
Draufgesessen bin ich selbst jetzt nicht, also Sitzposition verbleibt unbesehen, aber das Ding macht natürlich Lust auf eine Erkundungsfahrt.
Zu den Yamaha-typischen starken Punkten der Baureihe, also Haltbarkeit, völlige Problemlosigkeit, Wirtschaftlichkeit, gute Motorleistung, Wiederverkaufswert gesellt sich nun das aktuelle reizvolle kompakte und fahraktive Gesamtdesign. Tests im Web klangen bisher vielversprechend, was die Fahrqualitäten angeht, und insofern bin ich zuversichtlich, daß die kleine MT uns nicht enttäuschen wird, sofern der Plan irgendwann doch noch etwas wird. Dann gibts auch akzeptable Fotos, zu denen es bei der Erstbesichtigung leider nicht gereicht hat.

Ja, und hier gehts endlich weiter!

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