Radtour
Radtour
Phils Garagenblog Banner
PlayPause

Newchurch Summit 2026

BMW CE 04 mit Newchurch Summit Sticker

Dieses Jahr hatten wir drei Nächte in Neukirchen am Großvenediger gebucht, waren allerdings nur zu zweit. Letztes Jahr waren es nur zwei Nächte, dafür drei Personen. Ein Tourvideo gibt es beim verlinkten letztjährigen Blogpost.

Das Festival

Die 21. Ausgabe des Newchurch Motorradfestivals war wieder super einladend. Freundliche Leute, mehrere Hersteller mit Ständen, diverse Show Acts, viele Bands auf mehreren Bühnen, diverse Möglichkeiten zur Teilnahme, und eine sehr professionelle und perfekte Abwicklung mit bestem Tourismuswert. Für uns hat es sich aus mehreren Aspekten gelohnt: Die Gaudi im Ort zum Abhängen, die großartigen Touren in der Gegend, und ein tolles Hotel, wo für alles gesorgt war. Der wunderbare Naturbadeteich des Hotels war nachmittags rettend. Im gebuchten Package waren mehrere Attraktionen inbegriffen, zB. die Glocknerstraße, die Krimmler Fälle und ganz vieles mehr. Das war in den drei Tagen für uns nicht annähernd zu schaffen.
Wenngleich wir weder Partypeople, noch „echte Biker“ sind, ist das ganze ein Klasse-Urlaub für uns, und sogar am Festival selbst kamen wir uns als reine Touristen nicht deplaziert vor.
Diesmal lag unser Hotel voll im Zentrum, direkt hinter der Hauptbühne. Ich musste also – genau wie viele andere TeilnehmerInnen – regelmässig den CE 04 langsam durch die Menge zum Hotelparkplatz oder wahlweise zur nahen Ladestation steuern. Auch wenn ich mir da ein bisschen eigenartig vorgekommen bin (letztes Jahr konnten wir das Befahren des inneren Geländes komplett vermeiden), gab es keinerlei „Komplikationen“. Also die Leute sind cool.
In der ersten Bildergalerie sind Fotos zum Festival und Hotel zu sehen.

An- und Heimreise

Anreise und Heimreise erfolgten grob auf der letztjährigen Route. Wir sind in beide Richtungen bei großer Hitze (36°-38°C) gefahren. Es ist bemerkenswert, wie sparsam der CE 04 bei solchen Bedingungen läuft. Sämtliche Fahrten dieses Urlaubs wurden mit einem Verbrauchsschnitt zwischen 5 und 6 kWh/100km gefahren. Die Fahrstatistik der Heimreise ist in folgendem Display-Screenshot gezeigt. In Kössen wurde auf 100% geladen, dann deutlich über 100km bis nach Hause gefahren, wo der Akku immer noch 30% hatte.

Stark Varg Supermoto

Vom Veranstalter und den Herstellern wurden kostenlose Probefahrten mit einer Streckenlänge von ca 40km auf den Gerlospass angeboten. Ich habe mir eine Stark Varg Supermoto in der 60PS Version reserviert. Bei dieser Fahrt ist folgendes Video entstanden:

Für die ganz schwer verständlichen Fahrkommentare im Video entschuldige ich mich. Das lief über das Mikrofon der GoPro vorn am Helm. Selbst die nachträgliche Audio-Bearbeitung konnte da nicht mehr viel retten. Die Stark Varg kann man ambitionierten FahrerInnen zur Probefahrt ans Herz legen. Die Motorcharakteristik ist beeindruckend. Diverse Details wirken aus meiner naiven Sicht irgendwie noch wie im Prototypstadium, und das Fahrwerkssetup des gefahrenen Vorführers (irgendeine mir unbekannte ausländische Zulassung) geht für mich gar nicht. Aber wie das Ding geht, das ist eine Welt für sich. Das ist total beeindruckend, fordernd und echt fies. 100% Fahrspaß, 0% Entspannung: Irre Beschleunigung gerade auch bei höherer Geschwindigkeit. Da wo der untenrum mächtig anschiebende CE 04 schwächer wird, schiebt die Varg erst richtig an. Mir ist bei den ersten Beschleunigungsversuchen schwindlig und flau geworden. Da muss man sich wirklich dran gewöhnen. Ideal wäre für mich eine Mischung aus Stark und KTM Freeride E. Für Offroad würde mir die Freeride völlig reichen. Zum Strassefahren will man den Antrieb der Varg.

Soweit ich weiß, ist die 60PS Version aufgrund unserer Nennleistungs-Qualifikation für 125er Führerscheine geeignet. Es mag sein, daß ich mich da täusche. Aber bitte, liebe FahranfängerInnen und ambitionierte junge StarterInnen: Finger weg von dem Eisen. Das geht ins Auge. Für so ein bösartiges Ding braucht man neben dem günstigem Strom vor allem sehr viel Selbstdisziplin.

Honda WN7

Das nächste spannende Motorrad beim Festival war die Honda WN7. Ich habe sie hier erstmals in echt gesehen und konnte auch eine Sitzprobe machen. Zur Testfahrt ist es nicht gekommen, weil man dieses Modell nicht für eine Probefahrt buchen konnte, sondern nur im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs Zugriff bekam. Das war mir aber zu zeitaufwendig, weil wir ja unsere täglichen Touren fahren wollten. Aus diesem Grund kann ich nur folgende Bildergalerie bieten:

Krimmler Wasserfälle

Traumtour 1: Nur etwa 10km von Neukirchen entfernt, Richtung Gerlospass sind die bekannten Krimmler Wasserfälle. Wir sind entlang der unteren Fälle bis zum Schönanger hinaufgegangen und haben viele Fotos gemacht. Diese beeindruckenden Wasserfälle erzeugen einen riesigen Kühleffekt, der den Aufenthalt am Pfad entlang dieser Fälle zu einem kühlenden Genuss werden liess.

Grossglockner Hochalpenstraße

Die sehr teure Befahrung der Glocknerstraße war in unserem gebuchten Package inbegriffen. Deshalb liessen wir es uns auch dieses Mal nicht entgehen. Die hochalpine Landschaft ist immer wieder großartig. Hier also die Bildergalerie für 2026:

Bemerkenswert ist, daß nach einer erneuten Umstellung der Ladeinfrastruktur am Glockner nun der super günstige SWM AC Roamingtarif verwendbar ist, sofern man die Ladekarte der Stadtwerke München besitzt. Letztes Jahr war Laden nur mit dem superteuren EnBW Roaming und nur mit Hilfe von Vorort Personal möglich gewesen.

Die Hitze

Abschliessend ist es mir ein Anliegen, die Wettersituation im Zusammenhang mit meiner Teilnahme an einem solchen Motorradtreffen zu kommentieren. Es ist in der Tat mental nicht leicht für mich zu verarbeiten, daß hier eine große Zahl an Verbrennerfahrzeugen herumballert, genau wie große Mengen an Autos bei den Touristenattraktionen, während sich die Hitze brutal zuspitzt und viele Menschen den Klimawandel inzwischen hautnah erleben. Ich bzw. wir haben für uns die Weichen längst gestellt und unsere Mobilität fast ausschließlich auf Elektrofahrzeuge umgestellt, die wir im Sommer so weit wie möglich aus der eigenen PV Anlage laden.
Es sind dieses Jahr beim Newchurch diverse Elektrofahrzeuge unterwegs gewesen (Zero, CE 02, Stark, viele E-Trial Motorräder). Ich glaube schon, daß dafür langsam ein Bewusstsein erwächst. Speziell 1000PS als neuer Träger oder Organisator (ich kenne die Details dazu nicht!) befasst sich ja seit langem regelmässig mit E-Fahrzeugen.
Meine persönliche Besorgnis in Bezug auf die heftige Wettersituation vor dem Hintergrund des Klimawandels ist da. Ich erlebe motorbezogene oder auch motorsportliche Events seit langem nicht mehr unbefangen. Deshalb steht dieser Schlussabsatz da. Ignoranz erlaube ich mir nicht. Und auch aus diesem Grund habe ich mir ein ganz persönliches „Takeaway“ von diesem tollen Event mitgenommen, das ich für mich zu verwirklichen hoffe. Mal sehen, ob es klappt

Diesen Beitrag teilen

2 Kommentare zu „Newchurch Summit 2026“

  1. Oli

    Vielen Dank für die Einblicke und dein Statement! Ja, man kann diverse Motorsportevents, Oldtimer oder Fahrzeuge die wirklich nur geringe Laufleistungen haben gerne noch ein wenig akzeptieren, die generelle Mobilität sollte aber sehr sehr zügig umgestellt werden! Es gibt im PKW Bereich keinen Hinderungsgrund mehr und selbst im Bereich der Zweiräder gibt es immer mehr attraktive Alternativen. Und auch ich werde mit der CE04 in München belächelt. Mir ist es egal – ich bin wie vor 10j mit der ZOE eben die einsame Speerspitze… 😝
    Wie du aber auf 5,1kWh/100km gekommen bist, möchte ich sehr gerne wissen! Mit der 11kW Version schaffe ich das (noch) nicht.

    1. Phil

      Hallo Oli, die Fragezeichen wegen des niedrigen Stromverbrauchs sind angebracht. Ich fahre schon immer sparsam, weil mich Effizienzoptimierung ziemlich interessiert. Aber die 5,1kWh/100km Schnitt bei der Heimfahrt sind ein absoluter Rekordwert. Hier mal die Liste meiner Hypothesen dazu:

      – Bei großer Hitze ist der Roller sehr sparsam. Evtl. ist der zähe Antriebsriemen da leichtgängiger. Die Akkuchemie mag es anscheinend auch.
      – Besonders niedrige Verbrauchswerte habe ich ausschliesslich auf langen Touren, nie bei kurzen Fahrten. Einerseits mag das technische Gründe haben, andererseits auf jeden Fall auch menschliche, denn man verfällt bei längeren Touren irgendwann in einen relativ entspannt rollenden Fahrstil. Da spreche ich von 100-300km Touren, beispielsweise.
      – Meine Frau fährt mit ihrer MT 07 ziemlich ruhig, und da adaptiere ich mich natürlich, abgesehen von den attraktiven Streckenabschnitten.
      – Mein eigener Fahrstil ist sehr wechselhaft und situationsangepasst. Bei langweiligen Streckenverläufen rolle ich ruhig dahin. Bei schnellen Etappen (z.B. Bundesstraßen) suche ich Windschatten und fahre stark geduckt. Bei attraktiven Abschnitten lasse ich es dann laufen wie die Achterbahn. Das bei Motorradgruppen typische Speeding (z.B. 120-130) auf langen schnellen Bundesstraßen unterlasse ich.
      – Bin zwar eher schwer, aber nicht gross. Ducke mich generell etwas hinter der großen BMW Scheibe, oder nehme eine anderweitige aerodynamisch günstige Sitzhaltung ein, sobald das Tempo höher wird. Das macht sicher einiges aus. Solche Massnahmen gewöhnt man sich mit einem 8,5kWh Akku beim Touring an. Zudem keine Flatterklamotten und kein sonstiges Gerümpel am Fahrzeug.
      – Es ist mir während der vielen Fahrten im Pinzgau bereits aufgefallen, daß bei den Hitzebedingungen der Roller selbst auf den schnellen Abschnitten erstaunlich wenig Strom gezogen hat.

      Im hiesigen Betrieb (bei mir zu Hause) kann ich solche niedrigen Werte nicht reproduzieren. Hier liege ich im Normalfall bei warmen guten Bedingungen eher im Bereich 6kWh/100km. Bei vehementerer Fahrt und/oder kürzeren Strecken geht das dann deutlich weiter hoch. Zum Vergleich: die gemeine kurze Hausrunde im ambitioniert gefahrenen Stil in unserem Hinterland liegt irgendwo in Richtung 8kWh/100km im Sommer. Sobald dann Ortsdurchfahrten kommen, geht das aber sofort wieder stark runter.

      Ein langjähriges Rätsel ist mein Reifenverschleiss, der irgendwie zu hoch für die Fahrweise ist. Auch das war schon immer so. Mit anderen Worten: „Irgendwas mache ich richtig“, aber „irgendwas mache ich falsch“.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.