Seit zwei Tagen steht der Kia PV5 in der wunderbaren Farbe „Frostblau“ in der Garage. Ich bin noch am Anfang der Eingewöhnungszeit. Ein Auto dieser Klasse (genauer: Ausstattung) hatte ich bisher nie. Da ist so viel geboten, daß ich im Straßenverkehr erstmal ziemlich vorsichtig tun musste. Vergleicht man den PV5 mit unserem E-Twingo (knapp 100.000km in viereinhalb Jahren), dann sind das zwei völlig verschiedene Fahrzeuge. Der leichte kleine Twingo ist das „Eisdielenkatapult“, also innerorts irrsinnig flink und wendig, quasi unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des PV5. Wir nutzen ihn zwar gerne auch für längere Fahrten, aber das braucht dann bedingt durch den kleinen Akku und die kleine Batterie etwas guten Willen und Geduld beim Nachladen. Der PV5 hingegen ist ein komfortables und sehr gelassenes Auto mit Panoramakanzel vorne und ganz viel Infotainment und Connectivity. Die elektrotypische gute Beschleunigung des PV5 ist bei diesem Auto nicht so sehr das Entscheidende, anders als beim spassigen Twingo. Die Ruhe, der Komfort und die Sitzposition machen es beim PV5 für die Fahrperson aus. Der Nutzwert ist die zweite Seite dieses Fahrzeugs. Im folgenden 6-minütigen Demovideo einer kleinen Runde vom heutigen Tag gibt es ein paar Kommentare zur Technik und zum Fahren mit dem coolen PV5.
Weitere Bemerkungen
Im folgenden sammle ich Sachen, die mir während meiner eigenen Eingewöhnung auffallen, und die den Ersteindruck vom Neufahrzeug etwas präzisieren.
- Audio
Die Klangqualität in der serienmässigen Einstellung lässt zu wünschen übrig. Es fällt in erster Linie auf, daß sehr wenig Bass im Klang ist, obwohl beim PV5 eigentlich kein Motorenlärm den Bass übertönt, und der Innenraum beim Fahren generell ziemlich ruhig ist. Indes ist ein Auto kein Konzertsaal. Man kann in den Audio Einstellungen den Bass deutlich hochregeln. Für mich reicht die Klangqualität dann aus. - Abblendautomatik
Hier vergleiche ich mit unserem ehemaligen 2018er Hyundai i30. Die Fernlicht-Abblendautomatik im PV5 ist nervös. Das führt – auch wegen der LED Lichter – zu einem Stroboskopeffekt. Bei jedem reflektierenden Verkehrszeichen blendet das Auto ab. Der i30 (mit normalen Glühlampen) damals war in dem Punkt verlässlicher. Er erkannte entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge sicher und konnte diese von reflektierenden Verkehrszeichen oder anderweitigen Lichtquellen unterscheiden. Beim PV5 habe ich allerdings noch sehr wenig Erfahrung, kann speziell die Autobahnsituation bisher nicht beurteilen. Dort hatte der i30 Probleme mit dem automatischen Abblenden. Wir werden noch sehen. - Frontsicht
Obwohl der PV5 eine sehr kurze „Motorhaube“ hat, ist er vorne etwas unübersichtlich, denn die Fahrkonsole vor einem liegt sehr hoch, und die weit oben liegende und eher kleine Frontscheibe ist nicht nach unten gezogen, anders als die sehr tief unten endenden Seitenscheiben. Man wird sich dran gewöhnen, klar. Anfangs ist das irritierend, und man braucht immer die (sehr gute) Frontkamera zur Sicherheit. - Vorderer Durchstieg
Es gibt keine Mittelkonsole. Man kann problemlos zwischen Fahrer- und Beifahrersitz wechseln ohne das Fahrzeug zu verlassen. Das sorgt für ein grosszügiges Raumgefühl. Generell ist der PV5 sehr komfortabel gestaltet für alle Insassen, auch bei der hinteren Bank. Man hat Platz ohne Ende. - Rollgeräusch
Der PV5 rollt super leise bei langsamem Tempo. Ich wurde vom Nachbarn darauf angesprochen, als ich rückwärts aus dem Carport rangiert habe. Das tonlose synthetische Geräusch bei langsamer Fahrt ist sehr dezent. Ich liebe das. Es kann auf Dauer keine Lösung sein, dass Fahrzeuge durch Lärm auf sich aufmerksam machen müssen. Eigentlich ist Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme das Mittel zum Zweck, genau wie man es als Radfahrer ja auch immer machen sollte und muß. Rangieren und Rollen mit dem PV5 ist erfreulicherweise geräuscharm. Unser Fahrzeug ist dabei mit den serienmässigen Sommerreifen „Nexen N Blue S Ev“ in Größe 215/65R16 ausgestattet. Bei all dem sei auch gesagt, dass der PV5 sich zumindest in unserer Variante rundum durch Kameras und Sensoren absichert.
Was mir später bei einer längeren Autobahnfahrt noch aufgefallen ist: gerade weil der PV5 so leise rollt, kommen Nebengeräusche stärker raus. Beim LKW Surfen mit ca 90 km/h hört man zuweilen das subtile Pfeifen des Antriebs. Ich bin relativ sensibel bei Geräuschen oder Lärm und finde das etwas nervig. Der Pegel ist dabei sehr leise. Bei 100km/h höre ich dieses subtile hohe Pfeifen nicht mehr.
Direkt im Anschluß an diese Fahrt bin ich dann noch mit unserem E-Twingo gefahren und war überrascht, wie laut mir dieser plötzlich vorkam im direkten Vergleich zum PV5. Auch der Twingo ist eigentlich angenehm dezent und leise, aber wohl weniger gut gedämmt als der PV5. - Fahrassistenten
Speziell bei Autobahnfahrt erlebe ich mit diesem Auto ein neues Kapitel. Im Prinzip lege ich ein paar Finger ans Lenkrad. Den Rest macht der Computer. Spurhalteassistent und adaptiver Tempomat lassen das Auto aktiv selbst fahren. Gelegentlich muss man eingreifen, speziell wenn sich die Fahrspur teilt, oder das vordere Auto besondere Aktionen macht. Abgesehen davon rollt der PV5 intelligent und stromsparend mit dem gewählten Abstand selbststeuernd hinter dem vorderen Fahrzeug her und managed sämtliche „normalen“ Situationen bis hin zum plötzlichen Abbremsen und Stillstand in passender Weise selbst. Es könnte einem die Idee kommen, am Steuer einzuschlafen. Allerdings überwacht das Fahrzeug die Augen sehr genau und warnt sehr kritisch bzw. greift ein, wenn man nicht aktiv die Frontsituation beobachtet. So zu fahren ist krass, speziell wenn man es bisher nicht gewohnt ist.
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DC Schnellladen
Nach viereinhalb Jahren und 100.000km mit dem Twingo mit 22kW AC-Laden und dem CE 04 mit 6,9kW AC-Laden war das erste DC-Schnellladen für mich fast ein Erlebnis. Angefahren wurde eine 200kW Station, welche volles App Lademonitoring bietet. 32% Akkustand waren bei Beginn des Ladens angezeigt. Ich bin direkt in ein benachbartes Cafe gegangen, habe ein Wasser und einen Kaffee konsumiert und ein bisschen im Handy mitgeschaut. Das Wasser war noch nicht leer, als der Ladevorgang auf von mir im Fahrzeug festgelegte 80% in lockeren 22 Minuten beendet war. Gefühlt war das garnichts.





























































































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