Es war ein wunderbarer Sommer: das neuen SUP, der Italienurlaub, der geniale PV5, der tolle neue Job im Fahrradbereich und viele schöne Radfahrten. Andererseits waren belastende Schicksalsschläge hinzunehmen, ganz aktuell eine niederschmetternde Tragödie im engen Freundeskreis. Man lenkt sich irgendwie ab durch engagierte Arbeit, abends wird zerstreuend im Web recherchiert. Und wohin surft man da? Keine Frage, natürlich zu den Fahrrädern, mein alltime Favourite gerade auch in schwierigen Zeiten. Insbesondere sucht man Details zu zwei ganz besonderen Fahrrädern, die ich hier im Blog bereits interessehalber angeteasert hatte.
Diese notgedrungen recht intensiven und detailreichen Recherchen hatten am heutigen Tag Folgen. Das war in der Tat ungeplant, andererseits dennoch sehr gut überlegt. Unüberlegte Käufe kann ich mir seit langem nicht mehr leisten.
Konkret geht es um das Rose Backroad Unsupported, sowie das Scott Scale Gravel RC. Der Überbegriff „Gravel“ verheimlicht, daß es sich um grundverschiedene Fahrradkonzepte handelt. Gemein haben beide, daß sie ungefedert und sehr leicht, zudem für Speed optimiert sind und Carbon-Rahmen besitzen. Im Detail gibt es erhebliche Unterschiede, die bei der Fahrergonomie und Rahmengeometrie beginnen und sich dann bei der Komponentenausstattung durchziehen. Das Scott glänzt als leichtgewichtiges Vollcarbon-Light-MTB mit hervorragender Ausstattung inklusive Powermeter und einem krassen umwerfenden Design. Das Rose ist ein standardkonformes Gravelrad mit schön technisch gestalteten Details, einer Mittelklasse-Ausstattung, dabei perfekter Toureneignung dank des sündteuren leichten superschön gemachten SON 29S Nabendynamos, K-Werk Powerbank im Rahmen integriert, innenverkabelte Beleuchtungsanlage und Navi-Stromversorgung am Vorbau.
Für das Rose spricht, daß ich exakt an der oberen Grenze der Rahmengröße S liege, und mir anhand der Geometriedaten (Reach) eine vergleichsweise komfortable Sitzposition verspreche. Das Scott wäre in der einzig passenden Größe M mit dem nach unten geneigten Syncros Fraser One-Piece Carbon-Cockpit ab Werk vermutlich zu stressig für meine Halswirbelsäule geworden. Man hätte die Vorbau-Lenker-Einheit sehr wahrscheinlich auf die Variante Hixon mit kurzem und nach oben geneigten Vorbau umrüsten müssen.
Zusammengefasst: Das Rose ist ohne Frage ein bisschen gewöhnlicher und von der Ausstattung her auch nicht ganz auf Augenhöhe, besetzt aber die weitaus sinnvollere Nische in der Garage. Das Scott ist bold, krass, quer, minimalistisch, trifft meine persönliche Interpretation von „Gravel“ voll, verzichtet auf den aus meiner Sicht unnötigen Dropbar und ist ab Werk ein traumhaftes Sportgerät. Nebenbei wäre es zudem eine Zier im Fuhrpark. Allein deshalb schon wollte ich dieses Rad.
Am Rande bemerkt: Meine Frau hat völlig unabhängig davon bereits seit langem die Absicht, sich nächstes Jahr ein Gravel zu holen. Und wir wollen endlich wieder viele Radkilometer gemeinsam machen.

Fahrrad
Es ist heute das Rose geworden. Damit lege ich das wunderbare Scott ad acta, das Ding ist jetzt natürlich durch. Dabei möchte ich nicht verschweigen, daß auch die Bezahlung eine Rolle spielte, denn Rose bietet aktuell für kurze Zeit einen kräftigen Preisnachlass, sowie eine extrem unkomplizierte Finanzierungsmöglichkeit an. Das hat einfach funktioniert. Click and go, ohne irgendwelche mühsamen Prozeduren. Wow, ich kann es grade selber nicht ganz fassen.
Eine Sache bleibt mit der Entscheidung für das Rose vorerst noch offen: ich möchte endlich Leistungsmessung am normalen Fahrrad, nicht nur am Bosch E-MTB. Dafür wird es baldmöglichst eine Lösung geben, wahrscheinlich die Garmin Rallye XC210 Pedale. Der erste Schritt in diese Richtung ist bereits erfolgt:
Fahrradcomputer
Einerseits mag ich das Garmin Universum für sportliche Belange, andererseits hat mich das alte Edge Explore Navi immer wieder genervt, bis heute. Das alte Ding ist eigentlich eine Zumutung. Zwischenzeitlich hatte ich eine Pixel Watch 3 gekauft, das Garmin Universum komplett verlassen und dann festgestellt, daß die Pixel Watch zwar eine sehr cool designte Smartwatch ist, aber in punkto Sporteinsatz für mich nicht passt, und daß mir das Garmin Universum eben doch abgeht.
Wie erwähnt bin ich seit einiger Zeit in der Radbranche tätig, was mir zu einem extrem günstigen Kauf verhalf: Seit gestern besitze ich ein nagelneues Garmin Edge 850. Das Gerät ist immer noch klar erkennbar ein Garmin, mit allem was man da so gewohnt ist, aber es ist dann doch eine ganz andere Hausnummer als das elende alte Edge Explore. Soviel kann ich bereits sicher sagen. Bisher habe ich Spaß damit beim Herumspielen. Verwertbare Erkenntnisse sind allerdings noch kaum vorhanden. Das Edge 850 hat Wifi Connectivity und updated sich over the air. Das hilft viel. Dennoch habe ich das initiale Setup mit Garmin Express am Notebook vorgenommen, denn über Funk hätte es eine Ewigkeit gedauert. Die Kartenoperationen wie Zoom und Pan gehen flüssig. Also die Rechenleistung steht in keinem Verhältnis zum dauer-laggenden Edge Explore, bei dem einem der Bart um den Tisch wächst. Sehr verändert hat sich die Bedienstruktur, beispielsweise die Adressnavigation. Das geht auch beim Edge 850 perfekt, sobald man entdeckt, in welchem Untermenü man die Adresse eingeben kann. Sehr positiv überrascht hat mich die Bosch Smart System Connectivity, die auch die vom Bosch System gelieferte Trittleistung auswertet. Das ist ein Bringer! Ein weiteres schönes und nützliches Feature sind die grafischen Widgets für Leistung, Trittfrequenz und Herzfrequenz. Daraus kann man sich super Dashboards bauen.
Ich habe mir die Basics per KI erklären lassen, denn das spart Zeit bei der Einarbeitung und liefert gute Konfigurationstipps. Mein optimales Setup wird mich in positiver Weise für Monate beschäftigen. Das Edge Explore geht hiermit offiziell in Rente (endlich!), und der Sigma Rox 4.0 wird dann vorwiegend im Alltag am Lastenrad genutzt werden. Der Edge 850 kann Powermeterdaten integrieren. Bisher konnte das bei mir nur der längst ausrangierte kleine Edge 130. Insofern ist dieser neue Radcomputer die Basis für die spätere Nachrüstung einer Trittleistungsmessung am Fahrrad.




























































































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