Honda CB300R

Zufällig ist mir heute ein kleines und leichtes Motorrad untergekommen, das ich zwar irgendwo schonmal gesehen hatte, es aber dann zwischenzeitlich wieder vergessen habe, nämlich die kleine Honda CB300R. Dieses Motorrad ist kaum größer als die CB125R, wiegt etwa so viel wie die Yamaha MT125, hat einen Einzylindermotor mit 31PS, attraktive Fahrwerksteile und Komponenten, aber ansonsten kein Teil zu viel. Mit 143kg vollgetankt ist so ein Motorrad ein universeller Spaßbringer beim Straßenfahren, man kommt damit weit, fährt wirtschaftlich und hat mit Sicherheit auf entsprechend kleinen abgelegenen winkeligen Straßen wie ich sie liebe ein Idealfahrzeug unter sich. Es muß ja nicht immer gleich eine Supermoto sein. Und im Gegensatz zur 125er Version, egal welchen Herstellers, kommt man dank der 31PS nicht ständig am Zahnfleisch daher, sondern hat eine vernünftige Motorleistung, welche für Steigungen oder Überholvorgänge auf kleineren Straßen ausreichend ist.

Visuell kann ich mich mit dem Motorrad sehr gut anfreunden, denn es ist zum einen modern konstruiert mit relativ kurzem Heck, zum anderen zierlich und ballastfrei. Wie bei vielen preisgünstigen Budget-Motorrädern üblich stechen einem dann noch einige marginale Verbesserungsmöglichkeiten ins Auge, die man sicherlich gerne in der Garage „nacharbeitet“, beispielsweise den etwas eigenartigen Klotz von Soziusplatz. Die Basis dieses Fahrzeugs passt aus meiner Sicht ideal. Zierlich, schmal, attraktiv, wirtschaftlich im Betrieb und bezahlbar.

Neben der CRF300Rallye wäre dieses nochmal leichtere, wirtschaftlichere, preisgünstigere und sogar etwas stärkere Fahrzeug für mich eine potentielle Urlaubs- und Langstreckenvariante für die fernere Zukunft, falls überhaupt irgendwann nochmal ein Verbrenner-Motorrad angeschafft würde. Das ist zwar nicht sonderlich wahrscheinlich, aber falls es geschieht, dann wäre es eben genau so etwas. Im Endeffekt ist das die Art Downgrade-Motorrad, von der ich im Blog immer wieder mal schreibe: ein Motorrad mit 125er Abmessungen aber eben doch nicht ganz so kläglichen Leistungsdaten.
Im Vergleich zur wirklich guten und trotz der 169kg subjektiv bereits angenehm leicht wirkenden YZF-R3 hat man hier nochmal 26kg weniger. Ich glaube, die 11PS Leistungsunterschied zur R3 könnte man insofern verschmerzen, auch weil man hier einen Einzylindermotor hat, der sich vermutlich deutlich anders fährt als der kleine hochdrehende Zweizylinder der R3.
Nebenbei gesagt, die CB300R ist aus meiner Sicht die „deutlich bessere MT3“, denn mit dem Nakedbike-Schwestermodell der R3 kann ich selbst in der aktuellen Version überhaupt nichts anfangen. Die MT3 will mir selbst als großem Fan kleiner und leichter Motorräder ganz und garnicht gefallen, egal wie ich es drehe und wende.

Derzeit wird die CB300R am deutschen Markt nicht als Neufahrzeug vom Hersteller angeboten, wohingegen sie im Ausland, also beispielsweise in Österreich 2022 sogar modellgepflegt wird. Irgendwann würde ich sowas gerne mal ausprobieren. Das Ding könnte mein Garagenjoker in der hinteren Ecke sein, wenn man sorglos ohne Planung weit weg in die Pampa will. Die MT-07 war mir für diese etwas undankbare Rolle zu schade. Ein Motorrad wie die 7er muß man fahren, wenn man es besitzt. Das lässt man nicht rumstehen.
Diese kleine 300er wäre zudem ein hervorragender Kandidat für Mopedsharing mit unserem Sohn, sobald die kaum billigere MT125 abgegeben wird. Letztere ist absolut ok, aber die 125er Motorleistung sowie die superdünne und sich ständig stark längende Kette sind auf die Dauer etwas demotivierend. Nichtsdestotrotz werde ich damit bis auf weiteres in Anbetracht des Verkaufs meiner MT-07 die seltenen langen Touren bestreiten.

Honda CB300R
Honda CB300R

Vergleich mit der CB125R

Da es tatsächlich für mich relevant ist, folgt hier mein gedanklicher Vergleich mit dem kleinen Schwestermodell CB125R. Inzwischen ist ja meine MT-07 verkauft und steht nicht mehr für Vergleichsfahrten zur Verfügung. In der Tat erleichtert mir das sehr die Vorstellung, in Zukunft bei Langstreckenfahrten kleine Brötchen zu backen und die Fahrfreude auf meinen bevorzugten Traumstraßen ggfs. mit 15PS zu suchen. Das ist keineswegs widersinnig für mich. Die gestrige Überland- Erledigungsfahrt mit der MT125 über ca. 110km hat das bekräftigt. Man kann gut so fahren, sofern die Straßen klein genug und der Verkehr gering ist. Braucht man mal wirklich Leistung, also zum Überholen oder wenn es geradeaus bergauf geht, dann wird es hingegen mühsam. Im Falle der MT125 ist leider auch der Fahrlärm bei hoher Drehzahl unzumutbar. Das ist für mich ein grober Konzeptfehler. Der riesige seitliche Mopedauspuff sollte in der Lage sein, den 125er Motor der kleinen Yamaha flüsterleise zu machen. Das Gegenteil ist der Fall, und deshalb rate ich von so einem Fahrzeug ab und würde für mich die Honda bevorzugen, von der ich bisher allerdings keine diesbezüglichen Erfahrungen kenne.

Die kleine CB125R in der neuen Version mit vollen 15PS bleibt oben auf der Verbrenner-Liste. Sie hat 130kg und damit 10kg weniger als die Yamaha, sowie 13kg weniger als die obige CB300R. Das ist ein Punkt, das merkt man, das bringt Spaß. Sie braucht lt. Werksangaben 2,2l/100km, lassen wir es also dann in echt auch 2,5l/100km sein, wie bei der Yamaha, die ich im ambitionierten Straßenbetrieb bei kaltem Wetter auf 2,6l/100km Schnitt bringe. Da gehts aber dann schon voran. Die CB300R hat lt. Werksangabe 3,2l/100km Verbrauch, wird in echt also eher gegen 3,5l/100km gehen. Punkt für die 125er.

Vom Design her finde ich die 300er etwas aktueller, speziell die Form des Tanks, die seitliche Linie, aber beide Motorräder sind – wenngleich klassisch gestaltet – doch modern genug, daß sie mir gut gefallen. Dann haben wir den eleganteren Unterflurschalldämpfer der 125er gegenüber dem seitlich angebrachten Schalldämpfer der 300er. Die Reifendimensionen sind erfreulicherweise identisch, da ist die MT125 mit dem 140er Hinterreifen klar im Nachteil. Ein echter Nachteil der beiden 125er ist neben der Motorleistung die dünne Sekundärantriebskette. Von der MT125 her weiß ich, daß so eine Minimalkette sich in kürzester Zeit extrem längt. Man ist ständig am Nachjustieren. Das ist ärgerlich. In dem Punkt würde ich die KTM 125er bevorzugen.
Dennoch wäre ich geneigt, im Falle der Notwendigkeit eines Langstrecken-Urlaubsmotorrads zur superleichten CB125R zu greifen und damit dann die Leichtigkeit des Seins auf dem Motorrad zu geniessen. Das beendet auch den leidigen Zustand, bei Fahrten mit dem Sohn die MT-07 quasi im Fahrlehrermodus zu betreiben. Das hat zunehmend genervt, muß man leider sagen.
Näheres zu der Downgrade-Idee bezüglich CB125R habe ich mal in einem viel früheren Blogartikel geschrieben. Das zukünftige Powertool und der große Gamechanger meiner Motorrad-Mobilität würde der CE 04 werden, sofern das Mobilitäts- bzw. Garagenthema noch wunschgemäß verläuft, was derzeit schwer zu sagen ist.

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