BMW CE 04 Fahrvideos

[Stand: Mai 2024] Vor 12 Jahren bereits, konkret 2012 hatte ich Erstkontakt mit BEVs, also batterieelektrischen Individualfahrzeugen. Das war damals sowohl das von KTM angebotene Enduro-Probefahren der E-XC Modelle in Munderfing, hier im Blog damals ausgiebig beschrieben, als auch die Erstfahrten mit E-Autos im Rahmen eines mehrtägigen winterlichen Aufenthalts in Werfenweng mit dem „sanfte Mobilität“ Package: man gibt für die Zeit das Benzinauto ab und leiht sich stattdessen ein E-Auto (kostenfrei!) bzw. nutzt die Öffis usw im Ort. Das war damals eine geniale Sache, ein tolles Projekt. Ich konnte so mehrmals mit einem Peugeot Ion fahren, unter tiefst winterlichen Verhältnissen. Daraus ist damals mein starker Wunsch nach Elektromobilität erwachsen. Es gab dann zwar immer wieder mal bestätigende Testfahrten, beispielsweise mit einer starken Zero DSR, aber erst 2020 begann der eigene Umstieg mit der Anschaffung des preisgünstigen Niu NQi Sport E-Rollers. Mit dem kleinen Roller habe ich viel mehr gemacht, als man vermuten würde, also sogar die damalige Pendlerdistanz von gut 130 hügeligen Kilometern Tagesstrecke mit erstmal nur einem einzigen 1,74kWh Akku und siebenstündiger Ladedauer! Wenngleich man das als grenzwertige gelegentliche experimentelle Nutzung einschätzen kann, so hat es doch immer geklappt! Der Niu ist bis heute in täglichem Pendlereinsatz, er fährt gut, nur die Korrosion speziell an der Schwinge ist katastrophal. Im Oktober 2021 haben wir uns dann unseren E-Twingo finanziert, der seither an die 50.000km gefahren wurde. Ein Volltreffer quasi. Wir sind drei FahrerInnen in der Familie, und alle fahren seither immer mit dem Twingo. Das frühere „Erstauto“ dauerparkt. Wirtschaftlichkeit, Praxisnutzen, Kosten sind ein Traum. Und – ganz aktuell – nachdem es gestern endlich zur lang erwarteten massiven Senkung des Strompreises zu Hause kam, wird das Kostenthema richtig genial.

2022 habe ich daraufhin mit finanziellen Verrenkungen meinen langjährigen persönlichen Wunsch nach einem Elektromotorrad umgesetzt. Hier stand klar der Hobbyaspekt des Motorradfahrens im Vordergrund, deshalb war das etwas heikel. Der Teil war der schwierigste Schritt und wurde hier im Blog ausgiebig beschrieben. Bisher ist dieser große Kauf und Umstieg vom Motorrad (konkret von einer MT07) unbereut. Akkuseitig ist es wahrlich ein Kompromiss, und billig ist das Fahrzeug nicht, aber fahrerisch ist es ein neuer Level, ein echtes Upgrade zum gewohnten Motorradfahren, kein 1:1 Umstieg, sondern etwas partiell neuartiges mit viel Lernpotential und einer stark erhöhten Dosis an Fahrfreude und Genuß bei stark verringerter Dosis an Routinewartung oder Fahrstress (insbes. wenn es verkehrsbedingt nicht so flüssig läuft wie man es gerne hätte, oder wenn es temperaturmässig richtig heiss wird, oder die anspruchsvolle enge unübersichtliche kiesübersäte Strecke am Schluchtrand entlang sehr viel Konzentration erfordert). Und nach wie vor gibt es meiner unmassgeblichen Meinung nach im Jahr 2024 kein qualitativ gleichwertiges Elektromotorrad in der Preisklasse des CE 04. Das Ding ist – ohne jede Werbung – aktuell ziemlich konkurrenzlos. Ich wünschte durchaus, es gäbe da mehr.

Im Rahmen der langwierigen Kaufentscheidung zu Gunsten dieses elektrischen Großrollers habe ich mir stets alles an verfügbaren Fahrberichten und Videos zu interessanten Elektromotorrädern reingezogen, was auffindbar war, und das tue ich aktuell immer noch, natürlich auch bei anderen Modellen. Als langjähriger Motorradfahrer kann ich Fahrvideos ganz gut „lesen“, also für mich interpretieren. Oft wird da ganz viel geredet, da steht im Video jemand 20 Minuten lang statisch bei dem Motorrad und textet ohne Punkt und Komma. Gepäckfach oder Sitzbank werden minutenlang umrundet und beschrieben. Technische Daten oder anderweitige Details werden wiedergekäut. Gefahren wird hingegen nur ganz wenig in sehr kurzen Sequenzen verteilt über den ganzen Clip, manchmal nur innerorts, nur demohalber, oft nichtrepräsentativ, jedenfalls nicht so, wie ich als Motorradfahrer fahren würde und möchte. Die eigentlich wichtige Information steckt doch im Fahren selbst: Wie fährt sowas, wie fühlt es sich beim Fahren an, was geht damit, was nicht, was erwartet einen fahrsensorisch, gibt es Showstopper, unerwartete Eigenschaften usw.. Solange man nicht selbst probefahren kann, ist man dabei auf das Ausloten solcher Videos angewiesen. Dabei spielen für mich die Fahrsequenzen (ob kommentiert oder unkommentiert) die wichtigste Rolle. In meinen einfachen Fahrvideos wird nach Lust und Laune auf meist motorradtypischen Straßen in längeren Touren frei gefahren, kein Journalistenpulk, keine Streckenvorgaben, kein Erklären. Mir geht es allein um die Freude beim Fahren und die Funktionalität des Fahrzeugs. Das ist realistische Fahrpraxis vom normalen Enduser mit selbstgekauftem Fahrzeug. Der Kilometerstand beträgt derzeit 23.000. Selbstverständlich ist man als Freund von Elektroantrieben nicht neutral. Dank einem relativ breiten Background als Motorradfahrer, sowie einigen hobbymotorsportlich aktiven Jahren hoffe ich aufgrund der Fahrweise, daß man bei diesen unspektakulären stets STVO-konformen Fahrten auf möglichst schönen kleineren Strecken ein wenig „mitfahren“ kann und daraus eigene Schlüsse ziehen kann. Beispiel: eines der Videos enthält hör- und sichtbar im Display ein Hickup der BMW Traktionskontrolle. Das reproduzierbare Verhalten ist nicht ganz ohne, weil man u.U. einen Stützfuß ausfahren muss bei einem sehr breiten 240kg Fahrzeug. Das ist anders als bei einer schmalen 130kg Supermoto. An anderen Stellen kann man gelegentlich das CE 04 typische Bremsscheibenwimmern hören, zum Glück nur sehr sporadisch.

Mittels Minidrone im Folgemodus aufgenommene Sequenzen fände ich interessant und bereichernd in Fahrvideos. Das übersteigt derzeit Können, sowie Zeit- und Geldbudget. Bei mir ist das Fahren selbst die Hauptbeschäftigung, weniger die Fahrtdokumentation per Video. Immerhin macht die Arbeit mit der Hero 11 echt Spaß. Da könnte man schon noch Aufwand reinstecken und viel dazulernen. Manche Motorradchannels betreiben hohen Aufwand speziell mit Fahraufnahmen per Drone und liefern auf diese Weise echt tolle und dann auch visuell schöne und aussagekräftige Fahrvideos, die mehr hergeben als meine simplen Einzelkamera-Fahrten. Da kann ich leider nicht mithalten.

Diese neue Blogseite entstand beim Aufräumen des Blogs und des YT Channels. Sollten die Videos hier wenigstens ein bisschen den spezifischen Fahrgenuß, die elektrotypische Fahrdynamik und die präzise Koordination und Steuerung darlegen können, dann erfüllt die kleine Sammlung ihren Zweck.

Videos

Gaisbergtour – Automatisch via Quik App generiertes Video
Einer meiner hiesigen Streckenfavoriten
„Die Runde ums Haus“
Ein paar ungewöhnlich harmonisch kurvige Abschnitte in unserer Umgebung – eher selten in Niederbayern
Aufnahmen von einer größeren Runde bei uns mit sehr schönen Streckenteilen, ca 210km
Runde mit einem meiner Windkraft-Fotospots
Erinnerungsrunde in die frühere Wohngegend im Salzburger Land – Traumstrecken
Kamera am Fahrzeug mit Horizontsperre, eine meiner Ansicht nach interessante Perspektive
Kleinere Runde über viele schmale Wirtschaftsstraßen und über Burghausen
Das allererste Fahrvideo nach Neukauf, leider deutlich schlechtere Videoqualität

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